Die Geschichte der Büsumer Werft(en)

1963-1986 Büsumer Werft GmbH

Foto: Sammlung Amtsarchiv Büsum - Werftgelände ca. 1963
1963 aus der Büsumer-Schiffswerft W.&E. Sielaff wird die Büsumer Werft GmbH. Hr. Dobrilof wird kommissarisch als Betriebsleiter eingesetzt, vorhandene Aufträge werden abgeschlossen und die Schiffe den Eignern übergeben. Das letzte Schiff aus der Sielaff Ära, die "Rugia" wird am 29.11. abgeliefert. Um aber die Arbeitsplätze der inzwischen nur noch 93 Personen zählenden Belegschaft zu retten, gibt die Reederei Harmstorf unverzüglich einen modernen Küstentanker in Auftrag.

Alnwick Harmstorf, seine Familie betrieb die Reederei bereits seit 1870, hatte 1953 die bis dahin kleine Schlichting-Werft in Travemünde gekauft. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden dort überwiegend kleinere Boote gebaut. Unter der Leitung von A. F. Harmstorf, wurde daraus schnell eine bedeutende Stahlschiffswerft, die Schiffe bis über 22.000 tdw baute. Die Reederei bewirtschaftete Trockenfracht- und Tankschiffe, die nach den Elbsänden benannt sind und alle auf ...sand enden.

Zunächst wurde eine generelle Umstrukturierung der Werft vorgenommen. Da die Schlichting Werft über alle notwendigen Abteilungen verfügte (Projektabteilung, Konstruktionsabteilung, Aquisitionsabteilung, Einkaufsabteilung), wurden diese Abteilungen in Büsum geschlossen und aus der Büsumer Werft GmbH wurde ein reiner Fertigungsbetrieb, der alle zum Bau eines Schiffes nötigen Unterlagen aus Travemünde erhielt - lediglich kleinerer Änderungen wurden in Büsum selbst durchgeführt.

1964 Am 01.07. übernimmt Schiffbauingenieur Herwig Mohr die Betriebsleitung der Werft. Die Fertigstellung des Tankschiffes erweist sich schwieriger als gedacht, doch mit Unterstützung aus Travemünde wird die "Yorksand" fertiggestellt. Aufgrund der Entwicklung im Schiffbau musste man sich nun entschliessen, entweder weiterhin Kümos zu bauen, oder in den "Großschiffbau" einzusteigen. Da die ersten grösseren Kümos kontrahiert werden konnten, entscheidet man sich für den Ausbau und die Modernisierung der Werft. Als erstes wird eine automatische 1:10 Brennschneidmaschine "Sicomat" angeschafft, die im Vorjahr aus dem Konkurs der Hamburger Schlieker Werft gekauft wurde. Es folgt eine Furnierpresse für die Tischlerei, sowie das äusserlich auffälligste Merkmal: ein 25 Tonnen tragender Kran der Hamburger Herstellerfirma Kampnagel, gekauft von der "AG Weser". Am Ende des Jahres zählt die Belegschaft bereits wieder 136 Mitarbeiter.

Foto: Sammlung Ingrid Mohr - Montage des 25 Tonnen Krans
Nachdem mit dem Kran ein leistungsfähiges Hebezeug bereitsteht, wird auf der Werft die Sektionsbauweise eingeführt: in der witterungsunabhängigen Vormontagehalle werden komplette Volumensektionen bis 25 Tonnen Gewicht gebaut, die dann auf der Helling Stück für Stück zusammengesetzt werden. Als "Premiere" dieser Bauweise wird der Aufbau mit Schornstein des Kümos "Beate" montiert.

Ein Portalkran, der bei der Schlichting Werft in Travemünde verschrottet werden sollte wird überholt und dient in Büsum als Lagerkran für Plattenmaterial sowie Profile aller Art - er wird später durch einen moderneren Portalkran ersetzt.



Foto: Sammlung Ingrid Mohr - Sektionsmontage
Inzwischen zählt die Belegschaft 167 Mitarbeiter: 145 Arbeiter, 9 Lehrlinge und 13 Angestellte. Der Stundenlohn beträgt 3,56 DM und der Reparaturstundensatz 10,- DM. Elektromeister H. Bornemann feiert in diesem Jahr sein 25 järiges Betriebsjubiläum. Ausserdem wird die Vormontaghalle fertiggestellt, eine Gas- und Sauerstoffstation errichtet und eine 160 to Hydraulikpresse von der Schlichting Werft montiert - mit ihr werden Plattenmaterialien vorgeformt. Ferner wird die Pförtnerei abgebrochen und eine neue mit einer neuen Zufahrt zur Materialanlieferung errichtet. In diesem Jahr werden die ersten "Werftwohnungen" in der Otto-Johannsen-Straße errichtet.

1966 Der Versuch Kümo Reparaturen und Garantiearbeiten durchzuführen misslingt: Beim Aufslipen der "Leopard" brechen 4 von 5 Trossen mit denen die Slipwagen gezogen werden, das Schiff rutscht einige Meter ins Hafenbecken zurück und bleibt auf halbem Weg stehen. Weder durch ziehen, noch durch drücken lässt sich das Schiff bewegen - bei Niedrigwasser wird die Situation begutachtet: vier der Ablaufwagen sind aus den Schienen gesprungen und haben die Fundamentbalken völlig zerstört. Nach Tag und Nachtarbeit während der Niedrigwasserzeit werden im vorderen Bereich Ablaufbahnen mit Schlitten unter das Schiff gebaut. Um das Schiff auf diese Bahn absetzen zu können, werden die Hölzer auf den entgleisten Slipwagen weggesprengt. Nach 10 Arbeitstagen schwimmt "Leopard" wieder - aus der Reparatur jedoch wird nichts. Die beschädigten Planken und Ablaufbahnen werden repariert und gleichzeitig durch zusätzliche Flachgründungen für grössere Belastungen verstärkt. Belegschaftsstand: 184 Arbeiter, 15 Lehrlinge, 13 Angestellte. In diesem Jahr feiert der Schiffszimmermann H. Möller sein 30 jähriges Betriebsjubiläum.

Foto: Sammlung Ingrid Mohr - RoRo Schiff Arcturus
1967 die Werft konzentriert sich auf hochwertige, grössere Schiffe, Kümos mit denen man jahrelang in Büsum Geld verdiente werden nicht mehr gebaut. Das erste Ro/Ro Schiff "Arcturus" wird in Büsum gebaut.

1968 geht als das "Kühlschiffjahr" in die Chronik der Büsumer Werft ein. 4 Kühlschiffe für dänische Reeder werden in Büsum gebaut - einer der Reeder "Nils Blaesbjerg" wird in den folgenden Jahren Stammkunde in Büsum. Inzwischen geht der Trend in Büsum unverkennbar zum "grossen Schiff", die Kühlschiffe haben immerhin eine Länge von 75 Metern. Allerdings ist dem Großschiffbau das Tor zum Meer zu klein - sprich eine neue Schleuse wäre aus Sicht der Werft dringend erforderlich um mit anderen Werften mithalten zu können.

Die Werft weist in einem entsprechendem Schreiben an die Gemeinde auf das Problem hin und zeigt die Entwicklungsmöglichkeiten der Werft nach dem Bau einer neuen Kammerschleuse hin. Die Gemeinde wurde zwar bei der Landesregierung vorstellig, dorch der damalige Wirtschaftsminister Knudsen (selbst Reeder) lehnte den Bau der Schleuse ab - die Bundesregierung glaubte nach seiner Ansicht nicht, das die Wirtschaftskraft der Westküste dadurch wesentlich gestärkt würde.

1969 ungeachtet des "Neins" aus Kiel wird auf der Werft Um- und Ausgebaut. Es entsteht ein Gebäudekomplex mit einem Trakt Maschinenbau / mechanische Bearbeitung / Rohr - und Schiffschlosserei, sowie eine Trakt für Lager / Magazin / Werkstatt für die Instandhaltung und Werkzeugausgabe. In der oberen Etage werden Räume für die Lehrlingsausbildung, Bauaufsicht, Reedrei und Fremdfirmen geschaffen. Ende des Jahres wird ein Ausrüstungskran vor diesem Gebäudekomplex in Betrieb genommen, er kann 8 Tonnen heben. Ein Besuch des inzwischen amtierenden Wirtschaftsministers Gaul lässt neue Hoffnung bezüglich der Schleuse aufkommen - er stellt eine baldige Entscheidung in Aussicht. Die Werft ist voll ausgelastet und benötigt dringend Arbeitskräfte - die ersten "Gastarbeiter" aus der Türkei werden eingestellt.

Nach langjähriger Pause wird in diesem Jahr wieder ein Betriebsfest durchgeführt.

1970 Das erste Containerschiff "Tropic Eve" verlässt Büsum, ebenso wird der erste Schwerlastfrachter "Unit Scan" abgeliefert.

1971 Die Büsumer Werft GmbH liefert zum ersten Mal Schiffe nach Island. In Kiel gibt es zwar mit Hr. Narjes einen neuen Wirtschaftsminister, bezüglich der Schleuse hat sich aber noch nichts getan. Im Lager wird ein neuer 5 to. Portalkran aufgestellt und ein Platten - und Profillager eingerichtet. Inzwischen ist die Bearbeitungshalle zu klein geworden, eine neue Brennhalle wird in direkter Verlängerung der alten Halle angebaut. Für die Beschickung der Hallen werden Rollbahnen installiert. Die Häuser der ehemaligen Fischmehlfabrik werden angekauft. Das kleinere wird zu einem Gastarbeiterwohnheim umgebaut.

1972 findet erstmalig eine Weihnachtsfeier für die Rentner der Werft statt. Als neuer Betriebsratsvorsitzender löst Werner Wilms Gustav Gierke ab - er hat 23 Jahre lang die Interessen der Belegschaft vertreten.

1973 werden drei Frachter eines neuen Typs abgeliefert, bei einer Vermessung von 1399 BRT tragen diese Schiffe 3600 Tonnen, sind 80,5 Meter lang und 13,6 Meter breit (die Schleuse ist 13,7 Meter breit !). Dieser neue Typ bewährt sich und es gibt eine grosse Nachfrage nach diesen Schiffen. Weitere Schiffe mit 1599 BRT und 4200 tdw grösser als die Vorgänger stellen die Werft vor ein neues Problem: die vorhandene Slipanlage reicht für diese Schiffe nicht aus. Eine Vergrösserung der alten Helling scheidet bei den schlechten Bodenverhältnissen aus Kostengründen aus. Für geringe Mehrkosten wird daher die neue Helling gebaut.

Foto: Sammlung Erwin Dlugosch - Erster Stapellauf von der neuen Helling
1974 am 30.01. findet der erste Stapellauf von dieser Helling statt. Statt die Schiffe wie bislang auf Wagen langsam in ihr neues Element zu überführen, werden sie hier auf einer schiefen Ebene aufgelegt und rutschen auf dieser schiefen Ebene herunter. Am Ende der Ablaufbahn fallen sie ins Wasser. Leider gibt es bereits beim zweiten Stapellauf einen Unfall: Bei starkem Ostwind brechen die zum Abbremsen der "Mercandian Sea" nötigen Trossen. Das Schiff wird vom Wind mit dem Heck gegen die westliche Pier gedrückt, daraufhin schwenkt das Vorschiff herum und wird gegen die östliche Pier gedrückt. Es entsteht ein beträchtlicher Schaden: Ruderblatt und Propeller des Schiffs werden beschädigt, an der Westpier knickte ein an Land aufgestellter Ladebaum um und fiel auf einen PKW der ebenfalls schwer beschädigt wird und ein an der Ostpier liegender Kümo wird vom Wulstbug der "Mercandian Sea" beschädigt. Die Reparaturen werden schnellstens durchgeführt, der Neubau kann termingerecht abgeliefert werden. Ebenso wird der Kümo wieder instandgesetzt.

In diesem Jahr werden die ersten Produktentanker "Rhone" und "Odet" gebaut.

1975 Eine zusätzliche 1:10 Brennschneidmaschine "Omnimat" wird angeschafft, man wollte sich nicht nur auf die Maschine aus dem Jahr 1958 verlassen. Peter Müller wird neuer Betriebsleiter.

Am 29.04. teilt Staatssekretär Nebel mit, das die Landesregierung den Bau der neuen Schleuse aufgrund zu hoher Kosten (insgesamt 134 Millionen DM) abgelehnt hat. Der von der Landesregierung angegebene Preis wird als viel zu hoch angesehen, daher wird von Büsumer Seite aus die Firma Philip Holzmann beauftragt, einen verbindlichen Preis für das Sperrwerk zu errechnen. Als Ergebnis präsentiert die Firmengruppe Holzmann/Griese einen Vorschlag, der ein Sturmflutsperrwerk vor der Schleuse vorsieht, damit könnte auf kostensparende Weise die Schleuse auf eine Breite von 22 Meter verbreitert werden.

1977 nach zehnjährigen Bemühungen der Büsumer Werft GmbH und der Gemeindevertretung wird endlich "grünes Licht" zum Bau der Schleuse gegeben. Allerdings wirft jetzt die Werftenkrise ihre Schatten voraus, aufgrund der Ölkrise 1973 ist der Tankermarkt zusammengebrochen, der später dann auch die Massengutfrachter mit sich zieht.

Foto: Sammlung Ingrid Mohr - Jubiläumstafel zum 75 jährigen Bestehen der Büsumer Werft
Am 01.10. wird aber erst einmal das 75 jährige Bestehen der Werft gefeiert. 3500 Besucher besichtigen die Werft inklusive des fast fertig ausgerüsteten Neubaus "Mercandian Moon".

1978 Die Werftenkrise ist jetzt unübersehbar. Die 5 Weintanker, die in Büsum gebaut werden sollten, werden wegen fehlender Aufträge bei der Schlichting Werft gebaut. Als Ausgleich für die fehlenden Aufträge bestellt die Harmstorf Reederei 4 Kühlschiffe. Die Kühlschiffe können verkauft werden, so dass weitere 2 Kühlschiffe des gleichen Typs, sowie ein grösseres Schiff von der Harmstorf Reederei in Auftrag gegeben werden. Insgesamt kann die Werft damit zu 80% ausgelastet werden.

1979 Trotz allen Engagements muss für das erste Quartal Kurzarbeit angemeldet werden.

Foto: Sammlung Ingrid Mohr - Krabbenkutter Seefuchs
In diesem Jahr greift man eine alte Tradition wieder auf: auf der Büsumer Werft GmbH wird ein völlig neukonzipierter Kutter für den Büsumer Fischermeister "Alfred Krippner" geebaut. Dieses Schiff unterscheidet sich deutlich von anderen Fischkuttern. Das Ruderhaus wird auf das Vorschiff verlegt, so das darunter ein geschütztes Arbeitsdeck entsteht. Mit wenig Aufwand kann der Kutter vom Krabbenfang zum Fang von Frischfisch (Heckfänger) umgerüstet werden. Trotz aller Innovation und Qualität bleiben weitere Bestellungen dieses Typs aus.

1980 Wieder einmal beweisen die Büsumer Schiffbauer, dass sie wahre Spezialisten sind. Die zum damaligen Zeitpunkt einmaligen Müllverbrennungsschiffe "Jeddah 19" und "Dammam 30" werden in Büsum gebaut. Sie sollen die ständig steigende Verschmutzung in den saudiarabischen Häfen Jeddah und Dammam eindämmen. Die Schiffe sind mit einem Ladekran ausgestattet, der den Müll in einen Zerkleinerer einbringt, von dort wird der Müll mit einem Spezialförderband in die Müllverbrennungsanlage gefördert und verbrannt. Zusätzlich zu den Müllverbrennungsschiffen entstehen in Spandau bei den ebenfalls zum Harmstorf Konzern gehörenden "Deutschen Industriewerken Berlin", zwei Müllsammelschiffe, die sowohl festen, als auch flüssigen Unrat aus dem Wasser fischen und an die Müllverbrennungsschiffe übergeben können.

Foto: Sammlung Ingrid Mohr - Müllverbrennungsschiff Jeddah 19
1980 Der Büsumer Werft GmbH gelingt es wieder einmal mehr, seinen Umsatz mit Spezialschiffen zu verdienen. Diesmal sind es Produktentanker. In insgesamt 13 verschiedenen Edelstahltanks, die teilweise sogar beheitzbar sind, können hochwertige oder empfindliche Flüssigkeiten transportiert werden. Die Besonderheit beim Bau dieser Schiffe sind sogenannte "plattierte" Stahlplatten, die auf der einen Seite aus Stahl bestehen und auf der anderen Seite eine Edelstahlplatte aufgewalzt bekommen. Das Problem bei der Verarbeitung derartiger Spezialstähle liegt in den unterschiedlichen Eigenschaften dieser Materialien. Ausserdem können die Platten nicht mit einem herkömmlichen Gas- und Sauerstoffbrenner gebrannt werden, dazu wird ein Plasmastrahl benötigt.

Ein Spezialtanker dieses Typs kostet ca. 25 Millionen DM - je nach Ausstattung können es ein paar Millionen Mark mehr oder weniger sein.

1982 endlich ist es soweit: Die neue Schleuse kann in Betrieb genommen werden, ein Ereignis, dass man kaum abwarten konnte, wurde doch in Travemünde bei der Schlichting Werft ein 16 Millionen DM teures, 110 Meter langes Schwimmdock für die Büsumer Werft gebaut, um die Kapazität zu erhöhen und in das Reparaturgeschäft einzusteigen. Trotz der neuen, breiteren Schleuse konnte das Dock nur in zwei Hälften in den Hafen gebracht werden, wo es dann, teilweise sogar unter Wasser, zusammengeschweisst wurde. Das Dock kann Schiffe bis 4000 Tonnen Eigengewicht heben, das entspricht etwa einer Tragfähigkeit von 10.000 tdw. Diese Schiffsgrösse kann dank der neuen Schleuse noch gerade in den Büsumer Hafen einlaufen. Mit der Indienststellung des Docks wurden 57 neue Arbeitsplätze geschaffen und die häufigen Docktage zeigen, dass die Investitionsentscheidung in das Dock auf jeden Fall richtig war. Am 06.11. ist wieder einmal ein Tag der offenen Tür, bei dem die Bevölkerung das neue Dock, sowie viele Verbesserungen besichtigen konnte. Inzwischen hatte die Werft mit dem 60 Tonnen Kran an der Helling ein neues "Wahrzeichen" erhalten, dass den alten 25 Tonnen Kampnagel Kran erst entlastet und später überflüssig macht. Im Oktober wird die neue Schleuse offiziell in Betrieb genommen, gerade rechtzeitig, denn die Werft nimmt die beiden grössten in Büsum gebauten Schiffe in Auftrag. Diese Schiffe mit je 6000 tdw haben eine Länge von 104 Metern und eine Breite von 18 Metern.

1983 seit dem Frühjahr führte Dipl.-Ing. Jochen Kuhtz die Werft, die wieder einmal ein neues Typschiff einführt, ein mittelgrosses Semicontainerschiff, dass sowohl Container, als auch Stück- und Schüttgut transportieren kann.

Foto: W.-D. Sattler - Verlängerung des Kühlschiffes Reefer Knight ex. Yorksand
1985 Bis kurz vor dem "Aus" zeigen die Büsumer Schiffbauer noch einmal all ihr Können. Mehrere Schiffe werden in Büsum teilweise im Dock, teilweise an Land liegend verlängert.
Doch alle Mühen und alles Können der Mitarbeiter der Büsumer Werft GmbH können die Schliessung der Werft nicht verhindern.
Die letzten Aufträge in Form von Behältern für Rauchgasentschwefelungsarbeiten degradieren die Fachkräfte zu Stahlbauern. Leider sichert auch dieses "Opfer" nicht das Überleben der Werft.

1986 Am 30. September um 15:30 Uhr endet die letzte Schicht auf der Büsumer Werft, nachdem der Mutterkonzern einen Vergleich beantragt hat.
Die Büsumer Werft und auch die Schlichting Werft in Travemünde werden daraufhin "abgewickelt".



Somit gehen 85 Jahre Schiffbautradition in Büsum zu Ende!



1987 Versucht die Timm Metall- und Schweisstechnik die Werftätigkeit auf dem Gelände der Büsumer Werft wiederzubeleben - allerdings ohne Erfolg. Auch ein neuerlich nach Büsum verbrachtes Dock kann nicht helfen.

Heute findet man in Büsum noch zwei Betriebe mit Werfttätigkeit. Die Werft von Reimer Landberg hat sich auf den Umbau von Kuttern zu Lustschiffen spezialisiert und Fa. Mascheider kann mit einer Slipanlage (die übrigens in Teilen aus einer Anlage von der Schlichting Werft Travemünde besteht) kleinere Einheiten zu Reparatur- und Malerarbeiten aufslipen.


Danksagung: Mein ganz besonderer Dank gilt Frau Ingrid Mohr, die mir ihre umfangreiche Chronik der Büsumer Werft zur Verfügung gestellt hat, aus der wesentliche Teile hier eingeflossen sind.

Eine große Bereicherung bei meinen Recherchen und zugleich auch Tip an alle Interessierten sind die Bücher von Kurt Winter "Büsum Hafen und Fischerei im 20. Jahrhundert" - erhältlich in den örtlichen Buchhandlungen.

Ferner habe ich die Artikel "Die Industrieserie: Büsumer Werft" der Dithmarscher Landeszeitung zu Hilfe genommen.
1936-1963 Büsumer-Schiffswerft W.& E. Sielaff